Der Bedarf an bezahlbarem und zugleich zukunftsfähigem Wohnraum ist in Deutschland seit Jahren ausgesprochen hoch. In vielen Städten und Regionen fehlen Wohnungen, während die zuletzt deutlich gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten zahlreiche Projekte ausbremsen. Umso wichtiger sind zielführende Förderinstrumente, die neuen Wohnraum realisierbar machen und gleichzeitig moderne Effizienzstandards unterstützen. Attraktive Förderkonditionen können ein entscheidender Hebel sein, um geplante Wohnbauprojekte schneller umzusetzen und dringend benötigte Kapazitäten auf den Markt zu bringen. Genau hier setzt eine Verbesserung an, die jetzt bei der Förderung von Effizienzhäusern 55 Plus in Kraft getreten ist. Die DWG eG stellt das ursprüngliche Programm und die Änderungen vor.
Das im Dezember gestartete EH55-Plus-Förderprogramm
Schon Ende 2025 hatte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ein befristetes Programm zur Förderung für EH55-Plus-Häuser gestartet, das bereits genehmigte, aber wirtschaftlich stockende Wohnbauvorhaben wieder in Bewegung bringen sollte. Hintergrund war und ist der weiterhin große Bauüberhang: Zahlreiche Projekte sind planungsrechtlich weit fortgeschritten, wurden wegen gestiegener Kosten und schwieriger Finanzierungsbedingungen bislang aber nicht realisiert. Die Förderung soll dazu beitragen, dass aus genehmigten Vorhaben tatsächlich neuer Wohnraum entsteht.
Seit dem 16. Dezember 2025 können sowohl Bauherren als auch Käufer Anträge für die EH55-Plus-Förderung stellen, denn neben Neubauten wird auch der Ersterwerb von Wohngebäuden gefördert, die den Effizienzhausstandard 55 erfüllen und bei der Wärmeerzeugung vollständig auf erneuerbare Energien setzen. Voraussetzung ist außerdem eine bei Antragstellung bereits vorliegende Baugenehmigung, mit deren Umsetzung jedoch noch nicht begonnen wurde. Damit richtet sich das Programm gezielt an baureife Projekte, die kurzfristig aktiviert werden können.
Auch der Förderrahmen selbst ist so ausgestaltet, dass er konkrete Investitionsanreize setzt. Pro Wohneinheit sind bis zu 100.000 Euro über zinsverbilligte KfW-Kredite möglich, Kommunen können zusätzlich einen Zuschuss von fünf Prozent in Anspruch nehmen. Insgesamt wurden für das Programm 800 Millionen Euro bereitgestellt.
Die Änderung: Finanzierungen werden noch günstiger
Um zusätzliche Anreize für die Schaffung von Wohnraum zu setzen, hat das Bauministerium jetzt einen weiteren Schritt getan: Da die Förderung über zinsvergünstigte KfW-Kredite erfolgt, wurden die Finanzierungskonditionen noch einmal verbessert. Zum Start des Programms lag der effektive Zinssatz für ein annuitätisches Darlehen mit zehn Jahren Laufzeit und ebenso langer Zinsbindung bei rund 1,94 Prozent. Seit dem 2. März 2026 wurde der Effektivzins für dasselbe Darlehen auf 1,0 Prozent im Jahr gesenkt.
Aus Sicht der DWG eG ist dies in einem Umfeld, in dem Finanzierungskosten maßgeblich über die Umsetzbarkeit von Bauprojekten entscheiden, ein wichtiger Schalthebel, um dem Programm mehr Attraktivität zu verleihen. Auch Häuser nach dem Effizienzstandard 40 profitieren übrigens ab sofort von besseren Zinskonditionen: Im Förderprogramm Klimafreundlicher Neubau (KFN) beläuft sich der effektive Jahreszins für einen Kredit mit 10 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung nunmehr auf 0,6 Prozent.
Erste Erfolge bereits sichtbar
Dass der Ansatz schon zu den früheren Förderbedingungen auf große Resonanz gestoßen ist, zeigt der Blick auf die ersten Wochen des EH55-Programms. Nach Angaben des BMWSB konnten in den zwei Monaten seit dem Start bereits rund 17.000 neue Wohneinheiten gefördert werden. Gleichzeitig verweist das Ministerium darauf, dass die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2025 um fast elf Prozent gestiegen sei, wobei der überwiegende Teil des Zuwachses in der zweiten Jahreshälfte lag. Aus Sicht der Bundesregierung soll die Zinssenkung diesen Trend weiter verstärken und zusätzliche Projekte in die Realisierung bringen. Die ersten Erfahrungen mit dem Förderinstrument und die jüngste Verbesserung lassen auch die DWG eG mit positiven Erwartungen auf die weitere Entwicklung schauen.